Klärschlammverwertung

Leistungen

Gemeinsam das Wichtige tun.
Klärschlamm sicher behandeln und die Grundlage für Phosphorrecycling schaffen.

Kommunen müssen heute entscheiden, wie sie ihre Klärschlämme künftig sicher behandeln und die Anforderungen an die Phosphorrückgewinnung erfüllen. EEW unterstützt sie dabei mit langfristig angelegten Lösungen für die Klärschlamm-Monoverbrennung.

Anders als bei der gemeinsamen Verbrennung mit anderen Abfällen wird Klärschlamm dabei separat behandelt. Organische Schadstoffe werden weitgehend zerstört und Krankheitserreger abgetötet. Gleichzeitig bleibt der enthaltene Phosphor in der entstehenden Asche konzentriert. So entsteht ein geeigneter Ausgangsstoff, aus dem Phosphor in nachgelagerten Verfahren zurückgewonnen werden kann.

An mehreren Standorten betreibt EEW bereits Anlagen zur Klärschlamm-Monoverbrennung. Vorhandene Infrastruktur und die Einbindung in unser Anlagen- und Stoffstrommanagement helfen uns, Klärschlammmengen verlässlich zu steuern – auch bei geplanten Revisionen oder betrieblichen Störungen. Gemeinsam mit spezialisierten Partnern entwickeln wir zudem Wege, um den Phosphor aus der Klärschlammasche künftig wieder nutzbar zu machen.

1. Klärschlammfeuer der EEW-Unternehmensgeschichte

Am 30. Juni 2022 war es soweit: Projektleiter Helge Goedecke meldet die Verbrennung von neun Tonnen Klärschlamm. „Auf diesen Tag hat das Team Inbetriebsetzung die zurückliegenden Monate fieberhaft hingearbeitet“, schildert Projektleiter Helge Goedecke den Weg zum Erfolg. „Alle an der Inbetriebsetzung Beteiligten unserer ersten KVA können mit Recht stolz auf sich sein“, sagt Dr. Joachim Manns, COO und Mitglieder Geschäftsführung von EEW. „Sie haben mit der ersten Monoverbrennung von Klärschlamm das Geschäftsfeld Klärschlammverwertung im wahrsten Sinne des Wortes mit Leben erfüllt“, lobt der EEW-Technikchef.

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Monoverbrennung

Unsere Standorte bieten Vorteile.

Für eine Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage an einem EEW-Standort.

Der Bau einer EEW-Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage an einem EEW-Anlagenstandort ist eine langfristig ausgerichtete Investition. Unsere Expertise im Anlagenbau unterstützt eine vorausschauende Planung mit dem Blick für das Ganze und für die Bedürfnisse Ihrer Region. Transparenz und verbindliche Bauzeiten sind für uns wichtige Maßstäbe.

Sicherheit entsteht auch durch den Einsatz bewährter Technik. Die Klärschlamm-Monoverbrennung mit anschließender Phosphorrückgewinnung in nachgelagerten Verfahren gilt heute als ein etablierter Weg zur Verwertung von Klärschlamm. Zum einen werden bei der thermischen Behandlung die im Klärschlamm enthaltenen organischen Schadstoffe behandelt und mögliche Krankheitserreger abgetötet. Gleichzeitig werden enthaltene anorganische Schadstoffe wie Schwermetalle sowie säurebildende Bestandteile über die Rauchgasreinigungsanlage erfasst. Ebenfalls entscheidend: In puncto Ressourcenschutz schafft die Monoverbrennung mit anschließender Phosphorrückgewinnung die Voraussetzung dafür, Phosphor in nachgelagerten Verfahren zurückzugewinnen. Je nach eingesetztem Verfahren können dabei hohe Rückgewinnungsquoten erreicht werden. So kann die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben unterstützt werden.

Zudem kann nach anschließend erfolgter Phosphorrückgewinnung der für Pflanzen notwendige Phosphor zum einen der Landwirtschaft als Düngerbestandteil und zum anderen der Industrie als Rohstoff zur Verfügung gestellt werden, sofern die jeweiligen Qualitäts- und Zulassungsanforderungen erfüllt sind.

Unser Standortvorteil kann durch die Kombination von thermischer Abfallverwertungs- und Monoverbrennungsanlage Synergien schaffen, die über die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur hinausgehen. Die thermische Verwertung in einer EEW-Anlage ist darauf ausgerichtet, Energie aus dem Behandlungsprozess nutzbar zu machen und den Energiebedarf des Anlagenbetriebs zu berücksichtigen. Die Emissionswerte unserer Anlagen müssen die strengen gesetzlichen Vorgaben einhalten; sofern standortbezogene Messwerte vorliegen, können Unterschreitungen transparent dargestellt werden.

Basiswissen

Wir wandeln Abfall in Energie und Herausforderungen in Lösungen.

Die thermische Verwertung von Klärschlamm gewinnt zunehmend an Bedeutung. War es jahrzehntelang üblich, bestimmte Klärschlämme als Dünger in der Landwirtschaft einzusetzen, hat der Gesetzgeber neue Anforderungen an die Klärschlammverwertung und insbesondere an die Rückgewinnung von Phosphor gestellt.

Als führendes Unternehmen in Deutschland in der Erzeugung von Strom und Wärme durch thermische Abfallverwertung stellen wir uns dieser wichtigen Aufgabe und verfolgen das Ziel, zur Weiterentwicklung der Klärschlammverwertung beizutragen. Für Kommunen entwickeln wir standortbezogene Lösungen, die auf die künftigen gesetzlichen und technischen Anforderungen ausgerichtet sind. Nutzen Sie unsere Erfahrung für eine zuverlässige Klärschlammverwertung in Ihrer Region.

Klärschlamm. Eine Herausforderung für Böden und Gewässer.

Klärschlamm entsteht bei der Abwasserbehandlung. Er enthält Stoffe, die moderne Kläranlagen in einem aufwendigen Prozess aus dem Abwasser herausfiltern, um Flüsse, Meere, das Grundwasser und nicht zuletzt unsere Trinkwasserreservoirs zu schützen.

Jährlich fallen in Deutschland etwa 1,8 Mio. Tonnen Klärschlamm-Trockenmasse bei der Behandlung von Siedlungsabwasser an. Insbesondere Klärschlämme aus Kläranlagen der Großstädte und Ballungsräume können mit Schadstoffen wie Schwermetallen, organischen Schadstoffen, Arzneimittelresten, Krankheitserregern und Mikroplastik belastet sein. Gleichzeitig enthält Klärschlamm auch die Ressource Phosphor. Dieser für Pflanzen wichtige Nährstoff fördert das Wachstum. Auch deshalb wurde Klärschlamm über Jahrzehnte als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt.

Im Laufe der Zeit wurde die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung zunehmend kritisch bewertet. Denn trotz Vorbehandlung kann Klärschlamm Stoffe enthalten, die in Böden und Gewässer gelangen und damit auch Auswirkungen auf die Umwelt haben können.

Zudem kann ein Überangebot an Phosphaten die Eutrophierung bzw. Überdüngung von Bächen, Flüssen und Seen fördern. Deshalb kommt einer zuverlässigen, regelkonformen Klärschlammverwertung eine zunehmende Bedeutung zu.

Belastung und Gefahrenquelle

Die landwirtschaftliche Verwertung ist nach wie vor eine gängige Entsorgungsmethode für Klärschlamm in Deutschland. Circa ein Viertel der anfallenden Klärschlämme gelangt nach einer Vorbehandlung als Dünger auf unsere Felder. Mit dem heutigen Wissen um die enthaltenen Schadstoffe und nicht absehbaren Schäden für Umwelt und Gesundheit ist dies nicht verantwortbar.

  • Organische Schadstoffe

    Klärschlamm enthält organische Schadstoffe aus der Verwendung von Wasser in Industrie, Gewerbe und Haushalt.

  • Schwermetalle

    Im Klärschlamm enthaltene Schwermetalle wie Arsen, Kupfer und Nickel belasten unsere Böden und können in die Grund- und Oberflächengewässer ausgewaschen werden.

  • Arzneimittel

    Arzneimittelreste gelangen über Ausscheidungen nach therapeutischen Anwendungen oder durch eine unsachgemäße, illegale Entsorgung der Medikamentenreste in das Abwasser und werden auch im Klärschlamm nachgewiesen.

  • Krankheitserreger

    Klärschlamm enthält Bakterien, Viren, Parasiten und Wurmeier. In Verbindung mit den Arzneimittelrückständen können die Erreger Antibiotikaresistenzen bilden. Gelangen diese resistenten Keime in die Umwelt, stellen sie eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar.

  • Mikroplastik

    Kleinste Kunststoffpartikel von Kosmetik- und Pflegeprodukten oder in der Wäsche gelösten Kleidungsteilchen sind eine wachsende Gefahr für Gewässer.

Ressource und Energiequelle

Mit EEW wird die heutige Schadstoff- und Gefahrenquelle Klärschlamm zur Ressource und Energiequelle. Wir wandeln das Abfallprodukt in Energie um und ermöglichen durch die Monoverbrennung eine Rückgewinnung der lebenswichtigen Ressource Phosphor.

  • Sicherheit

    Bei der thermischen Behandlung werden die im Klärschlamm enthaltenen organischen Schadstoffe sicher zerstört und mögliche Krankheitserreger abgetötet.

  • Ressourcenschutz

    Die Klärschlamm-Monoverbrennung ermöglicht in nachgelagerten Verfahren eine Phosphor-Rückgewinnung und leistet so einen Beitrag zum Ressourcenschutz.

  • Umweltschutz

    Bei der Monoverbrennung wird Klärschlamm unter kontrollierten Bedingungen thermisch behandelt. Die EEW-Anlagen verfügen über mehrstufige Rauchgasreinigungssysteme. Die Einhaltung der gesetzlichen und genehmigungsrechtlichen Emissionsgrenzwerte wird – abhängig vom jeweiligen Parameter – kontinuierlich oder periodisch überwacht. Bei der thermischen Behandlung wird der überwiegende Teil des organischen Kohlenstoffs oxidiert und steht damit für eine spätere Methanbildung nicht mehr zur Verfügung.

  • Dünger

    Zudem kann nach anschließend erfolgter Phosphorrückgewinnung der für die Pflanzen notwendige Phosphor zum einem der Landwirtschaft als direkt verwertbarer Dünger und zum anderen der Industrie als Rohstoff zur Verfügung gestellt werden.

Die Ressource Phosphor

Baustein unseres Lebens.

Ob Pflanze, Tier oder Mensch – ohne Phosphor kann kein Leben auf der Erde existieren. Der Nährstoff ist Bestandteil der DNA, Knochen und Zähne und spielt darüber hinaus eine entscheidende Rolle beim Energiestoffwechsel der Zellen. Da Phosphor ebenfalls maßgeblich für die Pflanzengesundheit und -entwicklung verantwortlich ist, ist er wesentlicher Bestandteil von Düngemitteln und als solcher für die Landwirtschaft unverzichtbar.

Phosphor lässt sich nicht künstlich herstellen, weshalb wir auf seine natürlichen Vorkommen angewiesen sind. Jedoch sind die Phosphorreserven weltweit begrenzt. Die Europäische Kommission stuft Phosphor bereits seit Mai 2014 als kritischen Rohstoff ein. Nur wenige Länder verfügen über Phosphorvorkommen, wobei sich in Marokko fast drei Viertel der globalen Reserven konzentrieren.* Weder in Deutschland noch in der EU sind ausreichende Rohphosphat-Vorkommen vorhanden, sodass wir von Importen aus wenigen Ländern abhängig sind.

Phosphor - Klärschlammverwertung

Hinzu kommt, dass Rohphosphate je nach Ursprungsregion mit deutlichen Mengen an radioaktivem Uran belastet sein können.** Vertreter des Bundesumweltministeriums sehen den Einsatz von Rohphosphaten in Düngemitteln unter dem Gesichtspunkt des Gesundheits- und Umweltschutzes daher zunehmend kritisch.*** Gleichzeitig wird die Gewinnung des Rohstoffs immer aufwendiger und teurer – es ist davon auszugehen, dass es daher zukünftig zu Preissteigerungen kommen wird. Mit der Monoverbrennung von Klärschlamm in unseren Anlagen schaffen wir die Grundlage für eine zukünftige Rückgewinnung von Phosphor.

* Quelle: Killiches, F. (2013): Phosphat. Mineralischer Rohstoff und unverzichtbarer Nährstoff für die Ernährungssicherheit weltweit, BGR (Hrsg.), Hannover

** Quelle: Römer, W., Gründel, M. & Güthoff, F. (2010): U-238, U-235, Th-232 und Ra-226 in einigen ausgewählten Rohphosphaten, Phosphatdüngern, Boden- sowie Pflanzenproben aus einem P-Düngungsversuch, in: Journal für Kulturpflanzen, 62 (6), S. 200–210, Stuttgart

*** Quelle: Bergs, C.-G. (2015): Phosphor – wo geht die Reise hin? Ziele und Vorstellungen der Politik. Vortrag in Chemnitz vom 7. Mai 2015, BMUB, Bonn

Rechtslage

Wissen, was wichtig wird.
Gesetzliche Verordnungen für Düngemittel und Klärschlamm führen zu Handlungsbedarf.

Das Wissen über die Belastung unserer Böden und Gewässer durch Klärschlamm sowie das wachsende Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein haben zu einem Umdenken geführt. Nach jahrelanger Diskussion hat der Gesetzgeber 2017 die Weichen für eine weitaus umweltbewusstere Klärschlammverwertung gestellt.

Durch die angepasste Düngemittelverordnung (DüMV) ergeben sich Auswirkungen für Klärschlamm, der landwirtschaftlich genutzt werden kann. Seit 2019 dürfen Düngemittel, die synthetische Polymere enthalten, nur noch eingesetzt werden, wenn die aufgebrachte Menge an synthetischen Polymeren 45 Kilogramm Wirksubstanz je Hektar innerhalb von drei Jahren nicht überschreitet. Das hat zur Folge, dass ab dem 1. Januar 2019 viele Klärschlämme nicht mehr als Düngemittel verwendet werden können.

Die ebenfalls verabschiedete Novelle der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) hat darüber hinaus zum Ziel, die landwirtschaftliche Nutzung von Klärschlamm zu reduzieren und eine Phosphorrückgewinnung sicherzustellen. Ab 2029 wird die Phosphorrückgewinnung für Kläranlagen mit einer Ausbaustufe von mindestens 100.000 Einwohnerwerten (EW) verpflichtend. Drei Jahre später gilt das Gleiche dann auch für Anlagen mit mindestens 50.000 Einwohnerwerten. In den betroffenen Anlagen werden etwa zwei Drittel des in Deutschland anfallenden Abwassers behandelt.

Für große Kläranlagen besteht laut Klärschlammverordnung neben der Pflicht zur Phosphorrückgewinnung auch eine Pflicht zur thermischen Entsorgung. Der Phosphorgehalt des Klärschlamms muss um mindestens 50 Prozent oder auf weniger als 20 Gramm je Kilogramm Trockenmasse reduziert werden.

Die Umsetzung dieser Verordnungen führt für viele Kommunen zu unmittelbarem Handlungsbedarf. Als Partner der Kommunen stehen wir bereit, passgenaue Lösungen für eine wegweisend ressourcenschonende Klärschlammverwertung zu entwickeln. Insbesondere an bestehenden EEW-Standorten ergeben sich dabei sinnvolle Synergien mit bestehenden Abfallverbrennungsanlagen.

Auf einen Blick

Erfahrung und Kompetenz

Mit mehr als 30 Jahren Expertise in der thermischen Abfallverwertung verfügen wir über notwendige Kompetenz und Exzellenz, um führende Lösungen in der Klärschlammverwertung zu entwickeln.

Verständnis für regionale Bedürfnisse

Durch unsere oft über Jahrzehnte gewachsene Partnerschaft mit Kommunen haben wir ein tiefes Verständnis für die regionalen Bedürfnisse sowie für die Arbeits- und Entscheidungsprozesse in Kommunen.

Standortvorteil

Der Bau von Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen an bestehenden EEW-Anlagenstandorten schafft Synergien, die kostensenkend wirken.

Getrennte Behandlung

Bei der Monoverbrennung wird Klärschlamm getrennt von anderen Abfällen thermisch behandelt. Organische Schadstoffe werden dabei weitgehend zerstört und Krankheitserreger abgetötet.

Grundlage für Phosphorrecycling

Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor bleibt in der entstehenden Asche konzentriert. Sie kann als Ausgangsstoff für die Rückgewinnung in nachgelagerten Verfahren dienen.

Kontrollierte Abgasreinigung

Die entstehenden Rauchgase werden in mehrstufigen Rauchgasreinigungssystemen behandelt. Die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte wird – abhängig vom jeweiligen Parameter – kontinuierlich oder periodisch überwacht.

Planungssicherheit

Wir garantieren eine vorausschauende Planung unter Berücksichtigung regionaler Bedürfnisse, Transparenz und verbindliche Bauzeiten.

Entsorgungssicherheit

Das EEW-Anlagennetzwerk in Deutschland und im benachbarten Ausland ist ein einmaliger Ausfallverbund und gewährleistet ein höchstes Maß an Entsorgungssicherheit.

Kontakt

Boris Schulz
Vertrieb Klärschlamm
Schöninger Straße 2-3
38350 Helmstedt
Christin Rusche
Vertrieb Klärschlamm
Schöninger Straße 2-3
38350 Helmstedt
Marleen Houwing
Vertrieb Delfzijl B.V.
Oosterhorn 38
9936 HD Farmsum
Niederlande