CO₂-Abscheidung und Speicherung an einer Abfallverbrennungsanlage in Deutschland: Das Modellprojekt EEW CaReS Knapsack
Deutschland verfolgt das Ziel, bis 2045 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Auch bei einer weiterentwickelten Kreislaufwirtschaft werden voraussichtlich Restabfälle verbleiben, bei deren thermischer Behandlung prozessbedingte CO₂-Emissionen entstehen.
Um diese Emissionen zu reduzieren, kann CO₂ aus den Rauchgasströmen mithilfe geeigneter Technologien abgeschieden und anschließend transportiert, genutzt oder dauerhaft gespeichert werden. Da ein Teil des CO₂ aus der thermischen Abfallbehandlung biogenen Ursprungs ist, können bei der Abscheidung und dauerhaften Speicherung dieses biogenen CO₂ unter entsprechenden Voraussetzungen negative Emissionen entstehen.
An unserem Anlagenstandort Köln-Hürth im Chemiepark Knapsack in Nordrhein-Westfalen prüfen wir gemeinsam mit unseren Partnern YNCORIS, SEFE und OGE im Rahmen des Modellprojekts EEW CaReS Knapsack die Machbarkeit einer CO₂-Abscheide- und -Speicherlösung.
Das Projekt entsteht am sogenannten EBKW (Ersatzbrennstoffkraftwerk) von EEW im Chemiepark Knapsack. Das EBKW liefert aus der thermischen Behandlung von bis zu 320.000 Tonnen Restabfällen, die aus Haushalten und Gewerbebetrieben stammen, pro Jahr Energie an die Unternehmen im Chemiepark in Form von Prozessdampf und Strom.
Gemeinsam CO₂-Abscheidung und -Speicherung entwickeln
Wir bauen dabei auf das, was uns stark macht: echte Zusammenarbeit, entschlossene Umsetzung und den Mut, Neues zu denken.
Im Schulterschluss mit starken Partnern entlang der CO₂-Wertschöpfungskette prüfen wir die Realisierung einer CO₂-Abscheideanlage mit einer Jahreskapazität von bis zu 300.000 Tonnen CO₂ am EBKW. Ziel ist es, CO₂ direkt aus den Rauchgasströmen unserer Abfallverbrennungsanlage abzuscheiden, über eine neu zu schaffende Pipeline-Infrastruktur aus dem Chemiepark Knapsack abzutransportieren – sofern die geplante Infrastruktur realisiert werden kann – und anschließend sicher in geeigneten Speicherstätten dauerhaft einzulagern.
Das Modellprojekt umfasst:
- Entwicklung einer CO2-Abscheideanlage mit einer Kapazität von bis zu 300.000 t/a an einer Abfallverbrennungsanlage
- Entwicklung einer sicheren Transportlösung zur Speicherstätte,
- Beitrag zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur zur dauerhaften CO₂-Speicherung.
Unsere Partner:
- YNCORIS GmbH & Co. KG – Betreiber der Chemiepark-Infrastruktur sowie Miteigentümer des Ersatzbrennstoffkraftwerks vor Ort,
- SEFE Securing Energy for Europe GmbH – führendes, deutsches Energieunternehmen mit Fokus auf Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit.
- OGE – Einer der führenden Gastransporteure in Europa mit einem Fernleitungsnetz von rund 12.000 km und Entwickler einer CO₂-Pipelineinfrastruktur in Deutschland,
Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir prüfen, wie CO₂-Abscheidung und -Speicherung an einer thermischen Abfallbehandlungsanlage technisch und wirtschaftlich umgesetzt werden kann. Das Modellprojekt soll Erkenntnisse für die Entwicklung der dafür notwendigen CO₂-Transport- und Speicherinfrastruktur liefern.
Das Vorhaben könnte außerdem zur Entwicklung eines regionalen CO₂-Clusters in der Metropolregion Köln beitragen. Voraussetzung dafür sind unter anderem geeignete Transport- und Speichermöglichkeiten sowie verlässliche rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Projektumsetzung erfüllt sein müssen, erfahren Sie hier.