Modellprojekt EEW CaReS Knapsack

CO2-Abscheidung und Speicherung an einer Abfallverbrennungsanlage in Deutschland: Das Modellprojekt EEW CaReS Knapsack

Politik und Gesellschaft haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2045 soll die Wirtschaft in Deutschland klimaneutral und ab 2050 sogar klimapositiv werden. Ein zentraler Bestandteil dieser Transformation ist die thermische Abfallbehandlung (TAB), die als eine der wenigen auch in Zukunft unvermeidbaren Quellen für CO2-Emissionen identifiziert wurde. 

Um diese unvermeidbaren Restemissionen zu reduzieren, muss das CO2 aus den Rauchgasströmen effizient über geeignete Technologien abgeschieden und danach sicher über Leitungen, Zug oder Schiff abtransportiert und entweder dauerhaft tief im Untergrund gespeichert oder sinnvoll weiterverwendet werden. Da rund 50 % der in der Abfallverbrennung verwerteten Abfälle biogenen Ursprungs sind, kann zudem durch Abscheidung und Speicherung des biogenen CO2 dieses der Atmosphäre aktiv entzogen werden. So können durch die CO2-Abscheidung an der Abfallverbrennung nicht nur unvermeidbare Restemissionen so weit wie möglich reduziert werden, es entstehen auch zugleich sogenannte Negativemissionen. 

An unserem Anlagenstandort Köln-Hürth im Chemiepark Knapsack in Nordrhein-Westfalen prüfen wir daher gemeinsam mit unseren Partnern YNCORIS, SEFE und OGE im Rahmen des Modellprojekts EEW CaReS Knapsack die Machbarkeit einer CO₂-Abscheide- und -Speicherlösung. 

Das Projekt entsteht am sogenannten EBKW (Ersatzbrennstoffkraftwerk) der EEW im Chemiepark Knapsack. Das EBKW liefert aus der Verwertung von bis zu 320.000 Tonnen Restabfällen, die aus Haushalten und Gewerbebetrieben stammen, pro Jahr Energie an die Unternehmen im Chemiepark in Form von Prozessdampf und Strom.  

Gemeinsam für Klimaschutz und CO₂-Neutralität: Pilotprojekt zur CO₂-Abscheidung und Speicherung 

Wir bauen dabei auf das, was uns stark macht: echte Zusammenarbeit, entschlossene Umsetzung und den Mut, Neues zu denken. 

Im Schulterschluss mit starken Partnern entlang der CO₂-Wertschöpfungskette prüfen wir die Realisierung einer CO₂-Abscheideanlage mit einer Jahreskapazität von bis zu 300.000 Tonnen CO₂ am EBKW. Ziel ist es, CO₂ direkt aus den Rauchgasströmen unserer Abfallverbrennungsanlage abzuscheiden, über eine neu zu schaffende Pipeline-Infrastruktur aus dem Chemiepark Knapsack abzutransportieren – sofern die geplante Infrastruktur realisiert werden kann – und anschließend sicher in geeigneten Speicherstätten dauerhaft einzulagern. 

Das Modellprojekt umfasst: 

  • Entwicklung einer CO2-Abscheideanlage mit einer Kapazität von bis zu 300.000 t/a an einer Abfallverbrennungsanlage 

  • Entwicklung einer sicheren Transportlösung zur Speicherstätte, 

  • Beitrag zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur zur dauerhaften CO₂-Speicherung. 

Unsere Partner: 

  • YNCORIS GmbH & Co. KG – Betreiber der Chemiepark-Infrastruktur sowie Miteigentümer des Ersatzbrennstoffkraftwerks vor Ort, 

  • OGE – Einer der führenden Gastransporteure in Europa mit einem Fernleitungsnetz von rund 12.000 km und Entwickler einer CO₂-Pipelineinfrastruktur in Deutschland, 

Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern prüfen, wie CO₂-Abscheidung und -Speicherung an einer thermischen Abfallbehandlungsanlage technisch und wirtschaftlich umgesetzt werden könnte – und so den Weg für einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele ebnen. 

Mit diesem innovativen Projekt zeigen wir, welches Potenzial in der thermischen Abfallbehandlung für den Klimaschutz steckt. Wir leisten einen konkreten Beitrag zur Entwicklung der dringend benötigten Infrastruktur für CO₂-Transport und -Speicherung – und machen deutlich, dass die Umsetzung nur mit klaren politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen möglich ist – denn ohne verlässliche gesetzliche Grundlagen lassen sich die notwendigen Investitionen nicht realisieren.  

Das Vorhaben könnte außerdem zur Bildung eines regionalen CO₂-Emittenten-Clusters in der Metropolregion Köln beitragen und damit den Aufbau einer zukunftsfähigen CO₂-Transport- und Speicherinfrastruktur in der Region beschleunigen. 

Welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Projektumsetzung erfüllt sein müssen, erfahren Sie hier

Sarah Endres
stv. Leitung Unternehmensentwicklung