Unvermeidbare CO2-Emissionen

Warum CO2-Emissionen aus der thermischen Abfallbehandlung unvermeidbar sind

Weil das Deponieren von unbehandelten Siedlungsabfällen in Deutschland verboten ist, müssen Abfälle, die nicht mehr recycelt werden können, gemäß der Abfallhierarchie verbrannt werden. Im Vergleich zur Deponierung, bei der das laut Umweltbundesamt 30-mal klimaschädlichere Methan [LINK UBA] entsteht und in die Atmosphäre gelangt, spart die Verbrennung erheblich Treibhausgase ein.

Sie nutzt im ersten Schritt den Energiegehalt des Abfalls, um ihn sicher zu entsorgen und Schadstoffe zu zerstören bzw. aus dem Kreislauf zu entfernen und sicher zu entsorgen. Die überschüssige Energie wird zur Erzeugung von Strom, Fernwärme und Prozessdampf für Haushalte und Unternehmen genutzt.

Dabei entstehen unweigerlich CO2-Emissionen. Pro Tonne Abfall sind es etwa eine Tonne CO(biogen und fossil).

.Bei der Verbrennung von organischen Abfällen wie Sortierresten aus Papier sind diese CO2-Emissionen biogen. Relevant für die fossilen Emissionen aus den thermisch verwerteten Restabfällen, ist vor allem der enthaltene Anteil an Kunststoff. Etwa 80-90% unserer fossilen Emissionen stammen aus Kunststoffen. Dieser Anteil hängt von der Zusammensetzung des angelieferten Abfalls ab und kann von uns nicht beeinflusst werden. Insgesamt beträgt der Anteil von biogenen Emissionen ungefähr >50% und fossilen dementsprechend ca. 40-50%.

Warum werden Kunststoffabfälle verbrannt?

So wie Kunststoffe aus unserem Alltag an vielen Stellen im Einsatz sind, landen sie früher oder später im Abfall. Viele Kunststoffe müssen thermisch verwertet – also verbrannt – werden. Das hat verschiedene Gründen:

  • Sie sind nicht-recycelbar: Gerade Verbundkunststoffe, bei denen mehrere Kunststoffarten miteinander verbunden werden, stellen das Recycling vor große Herausforderungen. Gibt es für sie keine technische oder ökonomische Lösung, müssen sie letztlich verbrannt werden. Gleiches gilt für solche Kunststoffe, die aufgrund ihrer Zusammensetzung, wie bestimmte Zusätze, die dem Kunststoff seine spezifischen Eigenschaften geben, nicht mehr recycelt werden können. Sie zu deponieren ist in Deutschland seit 2005 verboten und somit ist die energetische Verwertung die letzte Entsorgungsoption.
  • Hygienische Aspekte bei Einsatz in bestimmten Bereichen: Zum Beispiel in der Medizin kommen Kunststoffprodukte an vielen Stellen der Krankenversorgung zum Einsatz. Sie müssen zusammen mit den anderen Krankenhausabfällen aus hygienischen Gründen verbrannt werden.
  • Sie sind zu verschmutzt: Sind Abfälle aus Kunststoff zu verschmutzt oder kontaminiert, um recycelt zu werden, bleibt als Alternative nur ihre Verbrennung.
  • Begrenzte Recyclingzyklen: Kunststoff kann nur eine begrenzte Anzahl von stofflichen Recyclingzyklen durchlaufen. Ähnlich wie bei Papierfasern, steht am Ende dieses Zyklus die thermische Verwertung.
  • Langfristige Nutzung: Selbst wenn Kunststoffe heute verboten würden, würden sie weiterhin in die Entsorgung gelangen, da sie als Verpackungen zwar sehr kurzfristig, in vielen Bereichen aber sehr langfristig genutzt werden: z.B.  als Rohre in Wänden, Bestandteile von technischen Geräten oder in Möbeln.

Prognose bis zur Klimaneutralität 2045

Auch wenn die Vermeidung von Abfällen und das Recycling oberste Priorität haben, wird sich die Gesamtmenge der Abfälle die thermisch verwertet werden müssen, bis 2045 voraussichtlich nur teilweise reduzieren. Solange diese Restabfälle zu uns gelangen, werden daher unvermeidbar Emissionen durch die Verbrennung entstehen, die nur durch CO2-Abscheidung reduziert werden könnten.

Die Modellierung im Rahmen der Carbon-Management-Strategie des BMWK [LINK] hat gezeigt, dass selbst in einem optimistischen Szenario bei stark gesteigerter Kreislaufwirtschaft 2045 noch fast 10 Millionen Tonnen fossile Restemissionen aus der thermischen Abfallbehandlung vorhanden sein werden.

Dementsprechend wurden die Emissionen in der Carbon Management-Strategie (CMS) der Bundesregierung als unvermeidbar eingestuft.

René Münch
Leitung Unternehmens­entwicklung
Jörn Jakob
Bereichsleiter Innovation
Sarah Endres
stv. Leitung Unternehmensentwicklung