Verantwortung für eine kritische Ressource
Phosphor ist lebenswichtig. Er ist Bestandteil von DNA, Zähnen, Knochen - und ein unverzichtbarer Nährstoff in der Landwirtschaft. Da Phosphor nicht künstlich herstellbar und global begrenzt verfügbar ist, ist seine Rückgewinnung aus Abfallströmen ökologisch entscheidend. Die thermische Klärschlammverwertung bietet dafür einen vielversprechenden Weg: Aus der verbleibenden Asche kann Phosphor zurückgewonnen und dem natürlichen Nährstoffkreislauf wieder zugeführt werden.
Lösung für gesetzliche Pflicht und Nachhaltigkeitsversprechen
EEW betreibt derzeit drei Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen und trägt die ab 2029 gesetzlich geforderte Rückgewinnungspflicht gemäß Klärschlammverordnung aktiv mit. Mit dem Vertrag stellt EEW nun sicher, dass die eigene Asche verwertet wird.
„Unser Ziel ist es, nicht nur gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, sondern Verantwortung zu übernehmen – für unsere Kunden, die Umwelt und kommende Generationen“, erklärt Timo Poppe, CEO der EEW-Gruppe. „Mit der Partnerschaft setzen wir auf Lösung statt Zwischenlagerung: Wir verwerten Klärschlamm thermisch, zerstören Schadstoffe wie Mikroplastik und Medikamentenrückstände sicher und gewinnen gleichzeitig Phosphor zurück. Gemeinsam mit der PGS recyceln wir phosphathaltige Aschen und schließen so den Nährstoffkreislauf – ein wichtiger Schritt, um Deutschlands Importabhängigkeit bei diesem kritischen Rohstoff zu senken.“
Technologie mit Signalwirkung für den Markt
Die Ash2Phos-Technologie des schwedischen Unternehmens EasyMining erzielt eine Phosphorrückgewinnungsrate von über 90 % aus Klärschlammasche. Die zukünftige Anlage im Chemiepark Schkopau verarbeitet bis zu 30.000 Tonnen Asche pro Jahr. Neben dem Produkt Calciumphosphat entstehen auch weitere Wertstoffe, wie Eisenchlorid und Natriumaluminat, die in der Abwasseraufbereitung eingesetzt werden können.
„Mit der Ash2Phos-Anlage zeigen wir, dass europäische Ressourcensicherheit machbar ist – mit Technologie, die aus Abfall neue Wertstoffe macht. Wir freuen uns, mit EEW eine starke Partnerschaft für den Ressourcenschutz eingegangen zu sein“, so Anna Lundbom, Geschäftsführerin der PGS. „EEW unterstützt damit als Ankerkunde nicht nur den wirtschaftlichen Betrieb der Anlage, sondern geht auch frühzeitig den Weg, Phosphor aus Monoverbrennungsaschen zurückzugewinnen.“
Marktsignal und strategischer Schritt für EEW
EEW ist verlässlicher Partner und hat mit der Klärschlamm-Monoverbrennung eine umweltschonende Alternative zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung geschaffen. Mit dem Vertragsabschluss ist ein weiterer Meilenstein erreicht und künftig das Recycling phosphathaltiger Aschen sichergestellt - der Nährstoffkreislauf wird wieder geschlossen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2027 geplant.
Weitere Informationen zur Ash2Phos-Anlage unter:
https://www.pg-schkopau.de/
EEW Unternehmensprofil:
Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) ist ein führendes Unternehmen in der Kreislaufwirtschaft, das Abfälle nicht nur entsorgt, sondern als wertvolle Ressource für Energie und Rohstoffe nutzt. An unseren 17 Standorten in Europa verwerten wir jährlich rund 5 Millionen Tonnen Abfälle, versorgen 700.000 Haushalte mit Strom und tragen so wesentlich zum Klima- und Ressourcenschutz bei. Mit mehr als 1.400 Mitarbeitenden setzen wir uns dafür ein, die Energie des Abfalls effizient zu nutzen, das Abfallvolumen zu reduzieren und CO2-Emissionen zu senken. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie zielt darauf ab, bis 2030 klimaneutral und bis 2045 klimapositiv zu wirtschaften, wobei die CO2- Abscheidung in unseren Anlagen eine zentrale Rolle spielt.
Phosphorgewinnung Schkopau GmbH Unternehmensprofil:
Die Phosphorgewinnung Schkopau GmbH (PGS) wurde 2021 von der GELSENWASSER AG und EasyMining Services Sweden AB gegründet, um die erste Ash2Phos-Anlage in Deutschland zu bauen. Diese erste Anlage im industriellen Maßstab wird im Chemiepark Schkopau in Sachsen-Anhalt errichtet und hat eine Kapazität von 30.000 Tonnen Asche aus verbranntem Klärschlamm pro Jahr. Die Anlage wird Asche aus der Mono-Verbrennungsanlage in Bitterfeld-Wolfen aufnehmen, kann darüber hinaus aber auch Asche aus anderen Mono-Verbrennungsanlagen behandeln.
PHOSPHORGEWINNUNG SCHKOPAU (pg-schkopau.de)