Die EEW Energy from Waste GmbH (EEW) hat kurz nach Ostern am Standort Delfzijl (Niederlande) die warme Inbetriebnahme ihrer ersten Vorsortieranlage für gemischte Abfälle gestartet. Die Anlage ist ein Pilotprojekt für die gesamte EEW-Gruppe und ein weiterer Schritt zur Weiterentwicklung der Abfallbehandlung.
Fokus auf Trennung von Kunststoffen
Ziel der Anlage ist es, insbesondere Kunststoffe vor der thermischen Behandlung aus dem Abfallstrom zu separieren. Dadurch wird der Anteil fossiler Bestandteile im Abfall reduziert und gleichzeitig werden zusätzliche Stoffströme für das mechanische und chemische Recycling erschlossen.
„Mit unserer ersten Vorsortieranlage erweitern wir die Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette erneut – für mehr Kreislaufwirtschaft“, sagt Timo Poppe, CEO von EEW. „Zusammen mit unserer Pilotanlage zur CO₂-Abscheidung, und der Pilotanlage für NOx-Recycling steht Delfzijl beispielhaft dafür, Prozesse vor und nach der thermischen Verwertung konsequent im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes weiterzudenken.“
Pilotprojekt mit Bedeutung für die gesamte Gruppe
Die Anlage in Delfzijl ist die erste ihrer Art innerhalb der EEW-Gruppe und dient als Referenzprojekt. Ziel ist es, Erfahrungen mit der Technologie zu sammeln und Potenziale für eine mögliche Übertragung auf weitere Standorte zu bewerten.
Der Standort Delfzijl bietet dabei geeignete Rahmenbedingungen, um neue Ansätze unter realen Betriebsbedingungen zu erproben und weiterzuentwickeln.
„Die Vorsortieranlage ist für uns ein wichtiger Schritt, um neue technologische Ansätze im industriellen Maßstab zu erproben“, erklärt Wilfred de Jaeger, Geschäftsführer des Standorts Delfzijl. „Wir schaffen damit die Grundlage, die Rückgewinnung von Wertstoffen weiter zu verbessern und unsere Prozesse gezielt weiterzuentwickeln.“
Moderne Sortiertechnologie im Einsatz
Technisch basiert die Anlage auf einer Kombination aus mechanischer Aufbereitung und sensorgestützter Sortierung, insbesondere mittels Nahinfrarot-Technologie zur Identifikation und Trennung von Kunststoffen. So können unterschiedliche Kunststofffraktionen effizient aus dem Abfallstrom separiert und für nachgelagerte Recyclingprozesse bereitgestellt werden.
Beitrag zur Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft
Die Vorsortierung kann einen Beitrag dazu leisten, die Emissionsbilanz der Abfallbehandlung zu verbessern und zusätzliche Recyclingpotenziale zu erschließen. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass die Umsetzung solcher Ansätze von geeigneten wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängt.
Dazu zählen insbesondere funktionierende Absatzmärkte für die gewonnenen Kunststofffraktionen sowie Anreize für den Einsatz von Recyclingrohstoffen, etwa im Rahmen von künftig möglichen Rezyklateinsatzquoten. Der Standort in den Niederlanden bietet hierfür derzeit günstige Voraussetzungen.
Mit der Kunststoffsortieranlage in Delfzijl erweitert EEW seine Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette und gewinnt wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung und mögliche Skalierung der Technologie innerhalb der Gruppe.