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Großwärmepumpe Großräschen - Mehr Fernwärme aus industrieller Abwärme

Am EEW-Standort Großräschen entsteht ein innovatives Großwärmepumpenprojekt, das die Energieeffizienz der thermischen Abfallverwertung weiter steigert. Ziel ist es, bislang ungenutzte Abwärme aus dem Kraftwerksprozess für die Fernwärmeversorgung nutzbar zu machen und dadurch zusätzliche Wärme für die Stadt Senftenberg bereitzustellen.

Mit dem Projekt demonstriert EEW erstmals in Europa den Einsatz einer Absorptionswärmepumpe zur Nutzung des Abdampfes einer Dampfturbine in einer thermischen Abfallverwertungsanlage. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen den Einsatz dieser Technologie auch an weiteren Industriestandorten ermöglichen.

Drei gute Gründe für das Projekt

Die Großwärmepumpe erschließt bislang ungenutzte Abwärme aus dem Kraftwerksprozess. Dadurch kann die vorhandene Energie der Anlage noch effizienter genutzt werden – ohne zusätzliche Abfallmengen.

Erstmals wird in Europa eine Absorptionswärmepumpe direkt mit dem Abdampf einer Dampfturbine einer thermischen Abfallverwertungsanlage kombiniert. Das Projekt dient als Demonstrationsvorhaben für zukünftige industrielle Wärmepumpenlösungen.

Die zusätzlich gewonnene Wärme wird über das Fernwärmenetz in die Stadt Senftenberg eingespeist und unterstützt eine langfristig leistungsfähige und zukunftsfähige Wärmeversorgung.

Das Projekt im Überblick

Die thermische Abfallverwertungsanlage in Großräschen erzeugt bereits heute Strom und Fernwärme aus nicht recycelbaren Abfällen. Mit der neuen Großwärmepumpe wird künftig auch die im Abdampf der Dampfturbine enthaltene Restenergie genutzt.

Die Absorptionswärmepumpe (AHP) nutzt dafür die Kondensationsenergie des ca. 40°C kalten Abdampfes. In einem thermischen Kompressionsprozess wird diese Wärme auf ein Niveau angehoben, das zur Vorwärmung von Fernwärme von 60 °C auf etwa 95 °C genutzt werden kann. Der Ansatz, unterscheidet sich von den herkömmlich eingesetzten Kompressionswärmepumpen dadurch, dass heißer Dampf anstelle von Strom als Antriebsenergie genutzt wird.

Im Unterschied zu konventionellen Kompressionswärmepumpen wird dabei kein elektrischer Verdichter eingesetzt. Stattdessen dient heißer Dampf als Antriebsenergie der Wärmepumpe.

Wärmepumpen – So wird industrielle Abwärme zu nachhaltiger Energie

Technische Innovation

Die Kombination aus Dampfturbinenabdampf und Absorptionswärmepumpe wurde bislang weder in konventionellen Kraftwerken noch in thermischen Abfallverwertungsanlagen in Europa umgesetzt.

Das Projekt demonstriert erstmals, wie bislang ungenutzte industrielle Abwärme für die kommunale Fernwärmeversorgung eingesetzt werden kann. Damit liefert EEW wichtige Erkenntnisse für zukünftige industrielle Wärmepumpenanwendungen.

Mehr Fernwärme für Senftenberg

Durch die Integration der Großwärmepumpe werden jährlich zusätzlich

  • 6.580 MWh Fernwärme
  • 2.762 MWh Strom

bereitgestellt.

Die Wärme gelangt über eine rund zehn Kilometer lange Fernwärmeleitung nach Senftenberg.

Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung

Kommunale Wärmenetze spielen eine wichtige Rolle für die zukünftige Energieversorgung.

Das Projekt zeigt, wie industrielle Abwärme zur Bereitstellung zusätzlicher Fernwärme genutzt werden kann. Dadurch kann der Einsatz fossiler Energieträger für die Wärmeversorgung reduziert und vorhandene Energie effizienter genutzt werden.

In den ersten zehn Betriebsjahren können rund

19.473 Tonnen CO₂-Äquivalente

vermieden werden.

Dies entspricht dem Wärmebedarf von rund

  • 760 Haushalten
  • sowie zusätzlichem Strom für rund 860 Haushalte.

Wissen für zukünftige Projekte

Die Großwärmepumpe Großräschen ist zugleich ein Demonstrationsprojekt für Europa.

EEW wird Erfahrungen aus Planung, Bau, Inbetriebnahme und Betrieb mit Kommunen, Forschungseinrichtungen, Industrie und Fachöffentlichkeit teilen.

Ziel ist es, die Integration industrieller Wärmepumpen weiterzuentwickeln und zukünftige Projekte zu unterstützen.

Projektziele

  • Effizientere Nutzung industrieller Abwärme

  • Mehr Fernwärme aus vorhandener Energie

  • Demonstration einer innovativen Großwärmepumpe

  • Betriebserfahrungen für zukünftige Projekte

  • Wissenstransfer innerhalb Europas

  • Beitrag zur Weiterentwicklung kommunaler Wärmenetze

Projektpartner

  
ProjektGroßwärmepumpe Großräschen
StandortGroßräschen (Brandenburg)
ProjektträgerEEW Energy from Waste Großräschen GmbH und EEW Energy from Waste GmbH
ProjektkoordinatorJakob Schneck
FörderprogrammEU Innovation Fund
StatusProjekt in Vorbereitung

Förderung

Das Projekt wird durch den EU Innovation Fund gefördert. Der Innovation Fund zählt zu den weltweit bedeutendsten Förderprogrammen für innovative Technologien zur industriellen Transformation und unterstützt Projekte, die neue Lösungen für eine emissionsärmere Energie- und Industrieversorgung demonstrieren.

Funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency (CINEA). Neither the European Union nor the granting authority can be held responsible for them.

Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz

Drei gute Gründe für die Absorptionswärmepumpe

1. Mehr Fernwärme aus vorhandener Energie

Die Absorptionswärmepumpe nutzt bislang ungenutzte Restwärme aus dem Turbinenabdampf und hebt sie auf ein für die Fernwärmeversorgung nutzbares Temperaturniveau an. So kann die bestehende Energie der Anlage effizienter genutzt und mehr Fernwärme bereitgestellt werden – ohne zusätzliche Abfallmengen oder fossile Brennstoffe.

2. Stärkung der regionalen Wärmeversorgung

Die zusätzliche Fernwärme steht den Haushalten und Unternehmen in Senftenberg über das Fernwärmenetz zur Verfügung. Das erhöht die verfügbare Wärmemenge aus regional erzeugter Energie und stärkt eine zuverlässige, langfristig planbare Wärmeversorgung.

3. Innovation mit Vorbildcharakter

Das Projekt setzt europaweit neue Maßstäbe. Erstmals wird die Restwärme des Turbinenabdampfs einer thermischen Abfallverwertungsanlage direkt in einer Absorptionswärmepumpe genutzt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen können den Weg für ähnliche Lösungen an weiteren Standorten ebnen.

Jakob Schneck
Ronald Philipp
1. Pressesprecher