Energie.Zukunft.Großräschen.

Mehr Fernwärme aus vorhandener Energie

Der EEW-Standort Großräschen entwickelt sich konsequent weiter – von einer modernen thermischen Abfallverwertungsanlage zu einem Innovationsstandort für eine noch effizientere Energienutzung. Mit dem Bau einer Absorptionswärmepumpe erschließt EEW künftig ein bislang ungenutztes Wärmepotenzial der Anlage und erhöht damit die nutzbare Fernwärmemenge für die Region.

Die thermische Abfallverwertungsanlage in Großräschen verwertet jährlich bis zu 292.500 Tonnen nicht recycelbare Abfälle und erzeugt daraus Strom sowie Fernwärme. Künftig soll zusätzlich die Restenergie des Abdampfs der Dampfturbine genutzt werden. Mithilfe einer 14-Megawatt-Absorptionswärmepumpe wird diese bislang ungenutzte Wärme auf ein für die Fernwärmeversorgung nutzbares Temperaturniveau angehoben und in das Fernwärmenetz eingespeist. Dadurch kann die vorhandene Energie noch effizienter genutzt werden – ohne zusätzliche Abfallmengen oder zusätzliche Brennstoffe.

Das Projekt ist europaweit wegweisend: Erstmals wird in einer thermischen Abfallverwertungsanlage die Restwärme des Turbinenabdampfs direkt in einer Absorptionswärmepumpe genutzt, um Fernwärme bereitzustellen. So entsteht aus vorhandener Energie ein zusätzlicher Beitrag für eine sichere und langfristig leistungsfähige Wärmeversorgung der Stadt Senftenberg und ihrer Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig schafft das Projekt wichtige Erkenntnisse für den Einsatz dieser Technologie an weiteren EEW-Standorten und darüber hinaus.

Blick in die Zukunft mit 3D-Visualisierungen.

Mit Building-Infomation-Modeling (BIM) verfügt EEW über ein 3D-Bauwerksmodell, aus dem sich Visualisierungen ableiten lassen. Wer also schon jetzt wissen will, wie die KVA Buschhaus sich 2022 in die Landschaft einfügt, zieht einfach den grünen "3D-Button" von links nach rechts und rückt so die KVA Buschhaus ins Bild.

Der Zeitplan für die Energiezukunft in Helmstedt.

EEW hat 2017 mit Voruntersuchungen für das Bauprojekt begonnen und Anfang 2018 die Entscheidung getroffen, in ein Genehmigungsverfahren einzutreten. 
Im April 2018 hat die Genehmigungsbehörde, das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig (GAA), als Teil des öffentlichen Verfahrens einen Scoping-Termin durchgeführt. Zu diesem Termin wurden zahlreiche Behörden und Verbände eingeladen, darunter auch Naturschutzverbände.

Im Sommer 2018 hat EEW den offiziellen Genehmigungsantrag beim GAA eingereicht. Im Anschluß an die Phase der öffentlichen Auslegung wurde vom GAA für Mai 2019 ein Erörterungstermin festgelegt. Im Dezember 2019 erhielt EEW die Genhmigung für den Bau und den Betrieb einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage (KVA) am Standort Helmstedt Buschhaus. Die zuvor erteilte Zulassung des vorzeitigen Baubeginns ermöglichte bereits ab Oktober 2019 erste baufeldvorbereitende Maßnahmen durchzuführen. Begonnen wurden die Bauarbeiten für Niedersachsens erste KVA im Januar 2020. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für das zweite Quartal 2022 geplant.

Die Thermischen Restabfall-Vorbehandlungsanlage (TRV) Buschhaus ist eine von derzeit 17 EEW-Anlagen in Deutschland und im benachbarten Ausland. EEW Energy from Waste ist 148 Jahre nach seiner Gründung Deutschlands führendes Unternehmen in der Erzeugung von Strom und Wärme durch die thermische Abfallverwertung. Wir planen, bauen und betreiben seit rund 30 Jahren thermische Abfallverwertungsanlagen, die technisch und ökologisch auf dem neuesten Stand sind und die europaweit Standards setzen. Im Umfeld unserer Anlagen, die sich durch niedrige Emissionen, hohe Effizienz und vorbildliche Arbeitssicherheit auszeichnen, entstehen neue Unternehmen und damit neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig profitieren Verbraucher und umliegende Industriebetriebe von der Nutzung der umweltschonend gewonnenen Energie.

Die TRV Buschhaus wurde 1998 von der Braunschweigischen Kohlen-Bergwerke AG (BKB)  ─ eine Vorgängerin der heutigen EEW ─ errichtet .

Heute werden hier jedes Jahr mehrs als 280.000 Megawattstunden Strom erzeugt – das entspricht dem Elektrizitätsbedarf von über 80.000 Haushalten in der Region. Dafür werden pro Jahr mehr als 520.000 Tonnen Abfall aus der Umgebung sicher und emissionsarm verwertet. So sichert EEW in Helmstedt die umweltfreundliche Entsorgung von Abfällen überwiegend aus der Region und darüber hinaus.

Auch als Auftraggeber für die regionale Wirtschaft, als Arbeitgeber und als Gewerbesteuerzahler kommt EEW in Helmstedt eine große Bedeutung zu. EEW arbeitet hier mit rund 250 regionalen Lieferanten zusammen, beschäftigt derzeit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist zudem als Ausbildungsbetrieb tätig.

Mehr Informationen über EEW Energy from Waste finden sie auf unserer Unternehmens-Website.

Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz

Drei gute Gründe für die Absorptionswärmepumpe

1. Mehr Fernwärme aus vorhandener Energie

Die Absorptionswärmepumpe nutzt bislang ungenutzte Restwärme aus dem Turbinenabdampf und hebt sie auf ein für die Fernwärmeversorgung nutzbares Temperaturniveau an. So kann die bestehende Energie der Anlage effizienter genutzt und mehr Fernwärme bereitgestellt werden – ohne zusätzliche Abfallmengen oder fossile Brennstoffe.

2. Stärkung der regionalen Wärmeversorgung

Die zusätzliche Fernwärme steht den Haushalten und Unternehmen in Senftenberg über das Fernwärmenetz zur Verfügung. Das erhöht die verfügbare Wärmemenge aus regional erzeugter Energie und stärkt eine zuverlässige, langfristig planbare Wärmeversorgung.

3. Innovation mit Vorbildcharakter

Das Projekt setzt europaweit neue Maßstäbe. Erstmals wird die Restwärme des Turbinenabdampfs einer thermischen Abfallverwertungsanlage direkt in einer Absorptionswärmepumpe genutzt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen können den Weg für ähnliche Lösungen an weiteren Standorten ebnen.

Wissen, was wichtig wird.

Maximal effizient.

Die Technik der Klärschlamm-Monovebrennungsanlage

Die geplante Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage in Helmstedt hat eine Kapazität von 160.000 t OS/Jahr und wäre damit in der Lage, etwa 20 Prozent  des jährlich in Niedersachsen anfallenden Klärschlamms zu verwerten. Das eingesetzte Wirbelschichtverfahren hat sich in den vergangenen Jahren als die am besten geeignete Technik für hohe Rückgewinnungsquoten des Phosphors aus der Verbrennungsasche duchgesetzt.

KVA
Inbetriebnahme 2021
Technik Wirbelschichtverfahren
Durchsatz 160.000 t Orginalsubstanz/Jahr
Thermische Leistung ca. 12 Megawatt thermisch
Energieeffizienz Energieautark, Energieüberschuss KWK
Qualitäten ca. 24% Trockensubstanz und >85% Trockensubstanz
Phosphorrecycling

Übernahme der Verantwortung für P-Recycling gegenüber den Kunden, Ziel: Rückgewinnung pflanzenverfügbaren Phosphors aus den Aschen deutlich vor 2029

Grundlage für das Phosphorrecycling. 

Bei der thermischen Behandlung des Klärschlamms entstehen etwa 15.000 Tonnen Asche. Phosphor als synthetisch nicht herstellbarer lebensnotwendiger Rohstoff – der menschliche Körper enthält beispielsweise bis zu 1.000 Gramm Phosphorverbindungen – ist als Phosphat in der resultierenden Klärschlammasche mit einem Gehalt von etwa 20 Prozent enthalten. Ziel der EEW-Gruppe ist es, eine Asche bereitzustellen, aus der mehr als 90 Prozent dieses Phosphats zurückgewonnen werden können.

Erfüllt Deutschland ab dem Kalenderjahr 2029 die gesetzlich festgelegte Rückgewinnungsquote von mindestens 80 Prozent – dies haben Untersuchungen des Umweltbundesamtes gezeigt – sei mit etwa 30.000 bis 40.000 Tonnen Phosphor pro Jahr in Form von Phosphatrezyklaten zu rechnen.

Die Vorteile auf einen Blick.

Mit dem Bauprojekt in Helmstedtsichert EEW die Bereitstellung von Energie für die Region und bietet Kommunen langfristig Entsorgungssicherheit für ihre Klärschlämme. 

Das Neubauprojekt dient der langfristigen Standortsicherung für EEW in Helmstedt. Es werden 15 neue Arbeitsplätze geschaffen, die zusätzlich zu den bereits bestehenden ca. 60 Arbeitsplätzen der TRV Buschhaus entstehen.

Die EEW-Gruppe hat ein state-of-the-art Anlagenreferenzmodell nach den Prämissen der bestverfügbaren Technologie (BVT) entwickelt. Diese Referenzanlagen sind Modellanlagen, in die in einem kontinuierlichen Prozess das Wissen und die Erfahrung der gesamten EEW-Gruppe einfließen. Sie bilden immer das technische Optimum für den Zeitpunkt der Errichtung einer neuen Anlage ab.

Durch die energetische Nutzung von Abfall wird der Einsatz von Primärenergieträgern wie Kohle, Gas und Öl vermieden und die CO2-Bilanz entlastet. Hinzu kommt: Klärschlamm, der auch heute noch in großen Teilen bodenbezogen bzw. landwirtschaftlich verwertet wird, emittiert Lachgas, das 298-fach klimaschädlicher als CO2 ist. Im Klärschlamm enthaltene Schadstoffe werden im Verbrennungsprozess entweder zerstört oder dem Stoffkreislauf entzogen.

Mit der führenden Technik der Klärschlamm-Monoverbrennung kann die knappe Ressource Phosphor in nachgelagerten Verfahren zu mehr als 90 Prozent zurückgewonnen werden – ein wichtiger Beitrag zum Ressourcenschutz.

Die neue Monoverbrennungsanlage sorgt dafür, dass Klärschlamm nicht mehr auf Äcker ausgebracht wird. Die Folge: weniger Nitrat und Schadstoffe im Grundwasser. EEW trägt so auch zu stabilen Trinkwassergebühren bei.

Die oft über Jahrzehnte gewachsene Partnerschaft mit Kommunen ist eine der wesentlichen Säulen von EEW. Die EEW-Gruppe bezieht heute 40 Prozent der Gesamtabfallmenge aus Geschäftsbeziehungen mit 59 Landkreisen und Verbänden. Unsere Partner wissen, dass sie sich auf uns verlassen können.

Die Verkehrsbelastung durch die Anlieferung von Abfällen richtet sich nach der Abfallstruktur und dem Fassungsvermögen der Fahrzeuge. 

Fragen und Antworten

EEW verfügt über ein Höchstmaß an technologischer Kompetenz und jahrzehntelange Erfahrung in der Erzeugung umweltfreundlicher Energie aus der Abfallverbrennung. Alle Emissionswerte werden online, also unmittelbar an die zuständigen Genehmigungsbehörden, übertragen und dort geprüft.
An diesen Standards lassen wir uns messen.

Die Anlagenkapazität beträgt 160.000 Tonnen Originalsubstanz pro Jahr bei Anlieferung mit ca. 24 % Trockensubstanzgehalt. 

Nein, denn alle Kraftwerke von EEW basieren auf modernster Technologie und sind mit Abluftanlagen ausgestattet die dafür sorgen, dass von dem Betrieb der Anlagen keine relevante Geruchsbelästigung ausgeht. Die Anlieferung der Abfälle und des Klärschlamms erfolgt in einen Abfallbunker mit Unterdruck, der verhindert, dass Gerüche nach außen dringen.

Wir gehen davon aus, dass der Klärschlamm zum weit überwiegenden Teil aus Niedersachsen angeliefert wird. Einen bedeutenden Vertrag über die Verwertung der Klärschlämme aus Braunschweig konnten Veolia und EEW im Jahr 2019 bereits schließen.  

Downloads

Es ist uns wichtig, Sie umfassend über unsere Pläne für das Projekt für die Energiezukunft in Helmstedt zu informieren.

Auf dieser Seite finden Sie dazu zusätzliches Infomaterial über unser Unternehmen, den Standort Helmstedt und die wegweisende Klärschlammverwertung von EEW Energy from Waste.

Was können wir für Sie tun?

Haben Sie Fragen zu unserem Projekt für die Energiezukunft in Helmstedt, die auf dieser Seite nicht beantwortet werden? Oder interessieren Sie sich für eine Besichtigung der EEW-Anlage? Melden Sie sich bei uns und wir sind Ihnen bei Ihrem Anliegen gerne persönlich behilflich.

Ronald Philipp
1. Pressesprecher